Geschichte der Mühle

Geschichte der Rentelmannschen Mühle

Die Rentelmannsche Mühle gehört zu den ältesten Wassermühlen im ostniedersächsischen Raum. Bereits 1225 wurde sie urkundlich nachgewiesen, als der Ort Emmen aus 8 Feuerstellen und der Mühle bestand. Die Mühle war ursprünglich ein herzogliches Lehen derer von dem Knesebeck. Am 24. August 1341 verkaufte dann der Ritter Barthold v. d. Knesebeck die Mühle dem Kloster Neu-Isenhagen.

Mit der Säklarisation (Übertragung von Kirchen und Klostergut in weltliche Oberhoheit) wurde die Mühle wieder Landesherrschaftlich. Sie unterstand der Königlich- Groß-Brittanischen , Chur - Fürstlichen Cammer Braunschweig - Lüneburg zu Hannover.

Am 17. April 1651 wurde die Mühle von einem Heinrich Bohne aus Abbendorf, Amt Diesdorf, gepachtet, der auch die Witwe des Vorpächters, Anna Moller, mit übernahm, sie später “freyete” und zur Erbin einsetzte. Im Erbregister von 1669 wird die Mühle als eine zu Isenhagen gehörende Mühle festgeschrieben.

Am 17.04.1671 reagierte die fürstl. Kammer in Celle auf einen Bericht - “die Zustände in der Emmer Mühle betreffend” - und verfügt, daß die Schleuse in Emmen ganz neu gebaut und der Damm repariert werden müsse, daß Amtmann Möller zu Gifhorn mit dem Zimmermeister und dem Oberförster wegen der Holzlieferung Rücksprache nehmen solle, und die Reparatur unverzüglich einzuleiten und pflichtgetreu zu überwachen und daneben aber auch die Geldkosten nach aller Tunlichkeit einzuziehen habe.

Im Amtsbericht vom 3. Juni 1718 wurde die Mühle als eine dem allgemeinen Publikum dienende Pachtmühle ausgewiesen, von der der allergnädigsten Herrschaft, aber außer der Pacht, nichts gegeben würde.

Müller Radien war im Jahre 1727 als neuer Pächter eingetreten und blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1748 in der Mühle. Der Pachtzins betrug 40 Malter Roggen ( 1 Malter = 125 kg ) dazu wahlweise 2 Feistschweine oder 14 Taler jährlich. Der Müller Radien halte 4 Kühe , 2 Kälber und 4 Schweine.

Die Kühe wurden gemeinsam mit des Organisten und des Schweinemeisters Vieh um die Mühle und die Schweinekothen herum gehütet, die Schweine aber schickte der Müller mit zum gemeinen Dorfhirten.

Im Dezember 1744 bereitete die Königliche Kammer einen neuen Pachtvertrag vor, die Bearbeitung oblag dem Klosteramt, das dann bei einer Mühlenbegehung in seiner Einschätzung des Mühlenzustandes wesentliche Mängel nicht zu übersehen vermochte. So sei das Mühlenbett gesunken, der aus Eichenbohlen bestehende Fußboden verfault und die alten Rümpfe und Büdden abgängig geworden, sowie das Dach in einem schlechten Zustande - so lautet der amtliche Bericht an die Kammer - und der Teich wäre zugeschlammt und beangert, daher fehle zu Sommers Zeiten das benötigte Antriebswasser, auch habe sich der Kitt an der steinernen Schleuse stellenweise gelöst, und dort versuche nun das Wasser durchzudringen. Nach dem Tod von Müller Radien wurde dem in der Mühle erzogenen und daselbst 13 Jahre gedienten Müllerknecht Bruno Hinrich Hälsen die Pachtung übertragen.

Der Müllername Rentelmann wurde erstmals 1713 Aktenkundig, als der Holzmüller zu Tülau, Heinrich Matthias Rentelmann, einen Rechtsstreit mit der Gemeinde Tülau hatte. Dieser pachtete 1730 die Stöckener Wassermühle. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Frantz Daniel Rentelmann die Mühle.

Am 11.März 1761 wurde die Emmener Mühle als Erbenzinsmühle an den Müller Frantz Daniel Rentelmann zum Kaufbetrag von 200 Reichstaler in kassenmäßigen Münzsorten verkauft.

In dem auf allerhöchsten Königlich - und Churfürstlichen Spezial-Befehl ausgestellten 13 Seiten umfassende Erben-Zins-Brief , der heute noch als Orginal im Besitz der Familie Schulze ist, wurde die Wasser-Mahlmühle dem Mühlen-Pächter zu Gifhorn, Frantz Daniel Rentelmann, überlassen. Er übernahm das Wohnhaus und das damit in eins gezogene Mahl-Mühlengebäude, den kleinen Stall von 2 Verbindungen ( ca. 2,20 Meter ) , den Backofen, den Teich, 2 Gärten und die Immenzaunstätte. Auch erwarb er die Fischereibefugnis im Emmer Bach unterhalb der Mühle, die Weidenutzung auf der Gemeinen Weide und - wie in zahlreichen Mühlen üblich - die Branntwein-Schankgerechtigkeit, allerdings nur für die Mahlgäste. An jährlichem Erbenzins hatte der Müller aufzubringen :

46 Malter Roggen ( 1 Malter = 6 Himten = 125 kg ) , 14 Taler Schweinemastgeld und eine Weinkaufgebühr von 5 Taler beim Besitzerwechsel. Dazu mußte er auf seine Kosten die über der Wasserrinne liegende Brücke unterhalten. Auch besaß er einen Rechtsanspruch auf Anweisung von Bauholz aus den Amtsforsten für Reparaturen in der Mühle - allerdings gegen Bezahlung.

Aufgrund einer Kammerresolution vom 27.Mai 1776 erfolgte ein Ringtausch; nach 15 Jahren verließ Frantz Daniel Rentelmann die Erbenzinsmühle in Emmen und wurde zum Amts - und Klostermüller nach Isenhagen bestellt, sein Sohn Friedrich Daniel Rentelmann übernahm die Erbenzinsmühle zu Emmen.

Nun hatte zwar der Erbenzinsmüller das Erbrecht an der Mühle erworben, jedoch die Belastungen hatten sich gegenüber der bisherigen Pächter verschlechtert. So entschloß sich Friedrich Daniel nach 19 Erbenzinsjahren seine Mühle zu verkaufen. Am 7.Juni 1780 wurde in der Amtsstube ein Kaufvertrag zwischen ihm und dem Müller Johann Günther zu Steinhorst abgeschlossen. Der Käufer sollte danach die Mühle zum 30.Oktober 1780 zum Kaufpreis von 525 Talern, zahlbar in Pistolen, das Stück zu 4 2/3 Taler gerechnet, übernehmen. Dazu hatte der Käufer die auf der Mühle lastenden Schulden zu tragen, 50 Taler bei der Kirche zu Zahrenholz vom 18.November 1767 und 50 Taler bei der Kirche zu Wahrenholz vom 27.Mai 1769, die aber von der Kaufsumme abgesetzt werden sollten. Der Käufer erklärte sich bereit, 100 Taler mit 4% Verzinsung 2 Jahre ungekündigt an der Mühle stehen zu lassen, die verbleibenden 325 Taler allerdings waren am Tage der Übergabe bar auf den Tisch zu zahlen.

Zu dem Verkauf kam es nicht - Günther war nicht kreditwürdig, und Rentelmann behielt die Mühle. In einer Güterverhandlung erklärte sich der verhinderte Käufer zur Zahlung eines Reukaufsgeldes von 50 Taler bereit, die er aber auch nur ratenweise abzuzahlen in der Lage sei.

Am 12.Juli 1784 berichtete Friedrich Daniel Rentelmann der Königlichen Kammer von seiner im schlechten Zustand übernommenen Wassermühle. So sei im letzten Winter durch den Eis - und Wassersturz eine Mühlenwelle gebrochen, die er aber inzwischen durch einen von der Forst angewiesenen und angekauften Baum auf seine Kosten ausgewechselt habe. Teuer habe sich auch die Wiederherstellung des durchbrochenen Schleusendammes und der ganz eingefallenen Schleuse gezeigt. Auch drohe das Grundwerk einzustürzen. Nun sei zu allem Unglück auch noch die zweite Welle gebrochen, zu deren Reparatur er um die Bereitstellung eines weiteren Baumes bitte. Die Kammer bewilligte den Baum am 10.Dezember 1784.

Das 1787/88 zur Erneuerung des Grundwerks erforderliche Eichenholz kam schließlich aus den Gifhorner Amtsforsten, da die in der geringen Isenhagener Amtsforst vorhandenen wenigen Eichen sich größtenteils als solche im besten Wachstum stehenden Eichenheister erwiesen hatten.

Am 17.April 1806 erbat Müller Rentelmann eine Erbenzinsermäßigung um 10 Malter und begründete seinen Antrag damit, daß von den übrigen im Amt Isenhagen gelegenen 9 Mühlen das Mahlen früher mehr als Nebengewerbe betrachtet worden sei. Inzwischen wären dieselben aber aufgeklärter und tätiger geworden, so holten die Müller der Bottendorfer- ,der Gose- und der Häßelmühle das Korn von ihren Mahlgästen ab und brächten es gemahlen zurück. Er könne sich bei seiner geringen Ackerfläche kein Pferd halten und spüre nun den Konkurrenzdruck, der sich bei ihm durch die rückläufige Zahl seiner Mahlgäste ausweise. Die Kammer lehnte ab.

Heinrich Friedrich Rentelmann (3. Generation Rentelmann in der Mühle ) wurde 1817 Erbenzinsmüller. Am 17.Januar 1819 schrieb Heinrich Friedrich das er seit 2 Jahren in der Mühle sitze, die sein Altervater (Großvater) vor 57 Jahren zu unhaltbaren Bedingungen erworben hätte, denn er zahle 6 Malter Korn mehr als je ein Pächter früher und hätte dazu noch die Gebäude zu unterhalten. Ihm fehle das Pferd für den Transport, um der Konkurrenz gewachsen zu sein. Er sei hoch verschuldet, und die Gebäude drohten zu verfallen.

Laut Kammerbeschluß kam es dann am 30.Juli 1823 zu einer tragbaren Regelung; so war vorgesehen, für die nächsten drei Jahre den Berechnungsfaktor für die 46 Malter Roggen von 16 guten Groschen auf 12 guten Groschen je Himbten zu ermäßigen, was dazu führte, daß sich die jährliche Erbenzinsleistung von bisher 184 Taler auf 138 Taler ermäßigte.

1824 verstarb Heinrich Friedrich Rentelmann - sein Vater lebte noch - und im Jahre 1825 verheiratete sich die Witwe mit dem Müller Joh. Conrad Deister, der, nachdem er die 5 Taler Weinkaufgebühr entrichtet hatte, als Interimswirt bis zum 24.Lebensjahr des Sohnes aus erster Ehe in die vollen Rechte eines Erbenzinsmannes eintrat.

Auch er beklagte schon wenig später in einem an die Kammer gerichteten Schreiben seine finanzielle Misere. So habe er die Schulden seiner Vorgänger übernommen, vier Geschwister von Heinrich Friedrich Rentelmann mit je 50 Taler abgefunden, die Belastung des Altenteils von Friedrich Daniel Rentelmann zu tragen, ferner seien an der Mühle wesentliche Ausbesserungen vonnöten und darüber hinaus plane er, den wieder einzubauenden 2.Gang als Weizengang anzulegen. Auch ihm wurde eine Zahlungsermäßigung für drei Jahre - von 1829 bis 1832 - gewährt. 1839 beantragte Deister die käufliche Übernahme der von ihm interimsweise bewirtschafteten Mühle und strebte in einem Vergleich mit dem Vormund der Kinder aus erster Ehe seiner Frau eine Schuldenumverteilung zu seinen Gunsten an. Das führte dazu, daß der Vormund - Mühlenpächter Heinrich Daniel Schomburg aus Celle - sich zur Schuldenübernahme bereiterklärte und die Mühle am 3.Januar 1841 käuflich erwarb. Dafür zahlte er insgesamt 900 Taler bei der Amtskasse ein.

Der Erbenzins betrug jetzt 23 Malter Roggen, die Deistersche Familie konnte weiterhin auf Wohnrecht und Unterstützung pochen, und, da die Kloster - und Amtsmühle zu Isenhagen inzwischen eingegangen war, mußte folgendem Personenkreis Mahl - und Mattenfreiheit gewährt werden:

  1. dem sämtlichen Personal des Klosters Isenhagen, einschließlich der auf Kostgeld stehenden 4 Klostermägde, 2 Klosterfrauen und dem Klosterknecht
  2. dem Prediger zu Isenhagen.
  3. dem Organisten, dem Hausvoigte und dem Pförtner daselbst, sowie dem Klostervoigt zu Hankensbüttel.

Laut amtlichen Bericht vom 10.Januar 1845 hatte Müller Schomburg 1841 den zweiten Gang als Weizengang wieder einbauen lassen, die Leistungskapazität wurde mit einem Himbten je Stunde und Gang ausgewiesen, was aber auf Grund des niedrigen Wasserstandes selten zu erreichen sei. Am 14.Dezember 1848 erfolgte dann der Rückkauf durch Müller Ernst Heinrich Friedrich Rentelmann (4. Generation) . 1859 wird Ernst Heinrich Friedrich Rentelmann in einer amtlichen Verhandlung zitiert, in welcher es darum ging, eine Kornwindmühle vor Hankensbüttel bzw. Emmen zu errichten. Die Gemeinde Hankensbüttel hatte durch ihren Vorsteher Niebuhr und den Amtsgehilfen Helmrich den Bau dieser Anlage damit begründet, daß ein erhebliches Bedürfnis bestehe, da die Zahl der kleinen Leute und der nicht Spannvieh haltenen Hauswirte in Hankensbüttel sehr groß, die Wege zu den umliegenden Mühlen durch Sand und Moor aber sehr schlecht und die Wartezeiten viel zu lang seien. Hankensbüttel hatte durch die Heerstraße erheblich an Bedeutung gewonnen. Gegen diesen Plan protestierten die Müller Krüger aus der Hässelmühle, Burmeester aus der Gosemühle, Müller aus der Lenschenmühle bei Oerrel, der Sohn des Müllers Rodewald, in Vollmacht seines Vaters aus Auermühle, nicht aber der Müller Rentelmann aus Emmen. Er war mit Sicherheit aus Konkurrenzgründen selbst an die Betreibung der Windmühle interessiert, da auch ein Gastwirt mit Namen Fischer aus Hankensbüttel die Anlage in Lizenz errichten lassen wollte. Man einigte sich schließlich auf den Gutsbesitzer Müller zu Scheßel, der als Sachverständiger

  • die Bedürfnisfrage klären sollte, und wenn ja,
  • die Standortfrage ob vor Hankensbüttel oder Emmen

Der Müller Rentelmann und der Gastwirt Fischer erklärten sich bereit, die Kosten zu gleichen Teilen zu tragen, wenn die Proteste zurückgenommen werden. So geschehen im Königlichen Amt zu Isenhagen am 4.März 1859. Als der Sachverständige die Bedürfnisfrage einer Mühle und die Standortfrage “Vor Hankensbüttel” festgestellt und genehmigt war, wurde die Windmühle erbaut. Sie ging durch Kauf auf den Müller Ernst, Heinrich, Friedrich Rentelmann über, welcher auch die Konzession ( Betriebserlaubnis ) vom Königlichen Ministerium in Hannover erhielt.

Da beide Mühlen sich nunmehr unter einem Eigentümer vereinigten, wurde bei günstigen Windverhältnissen ein Müllerknecht der Wassermühle zur Windmühle nach Hankensbüttel geschickt; wenn der Wind abflaute wurde auf der Wassermühle ein weißes Laken gehißt, was bedeutete, daß der Windmüller wieder zur Wassermühle kommen solle.

Sehr viel Freude hat der Müller Rentelmann an der Windmühle sicher nicht gehabt, denn bereits zehn Jahre später verkaufte er die Windmühle nebst
3 Morgen Ackerland, welches der Mühle angeschlossen war, an den Müller Wilhelm Müller aus Brunshausen zum Kaufpreis von 2500 Thaler, einschließlich des gesamten Mühleninventars. Der Käufer leistete zwei Anzahlungen von je 500 Thaler, der Verkäufer behielt sich das Eigentumsrecht vor. Die Restkaufsumme wurde in den zuständigen Hypothekenband eingetragen, wobei 5 % Zinsen per Anno zu zahlen versprochen sind. Für die Zahlung der Restkaufsumme wurde eine beiderseitige halbjährige Kündigung, zwecks Vermeidung einer Zwangsversteigerung vereinbart.

1879 übernahm Ernst Friedrich Conrad Rentelmann die Mühle. In seiner Zeit fällt der Neubau des Wohn- und Mühlengebäudes. Die Baugenehmigung vom 25.März 1888 hatte folgenden Wortlaut :

Isenhagen , 25.März 1888

Dem Mühlenbesitzer E. Rentelmann in Emmen wird gestattet, auf seinem Gehöft an Stelle des abzubrechenden alten Wohnhauses ein neues Wohnhaus zu erbauen, wenn das Selbe mit harter Dachung gedeckt und in Entfernungen von mindestens 10 Fuß oder 2,921 m von allen fremden Nachbargebäuden und mindestens 2 Fuß oder 0,584 m von allen Wegen und fremden Grundstücken erbaut wird und wenn bei Ausfertigung des Baues alle sonstigen Feuer - und baupolizeilichen Vorschriften genau beobachtet werden. Thüren sind so anzuschlagen, daß sie beim Öffnen nicht auf den Weg reichen. Wenn enge (russische) Schornsteine angelegt werden sollen, so ist eine besondere Genehmigung dazu bei mir nachzusuchen.

Der Landrath

In den Zeitraum des Mühlenneubaus fiel der Ehefrau des Müllers Rentelmann, Sophie geb. Specht, eine erhebliche Erbschaft ihres Bruders, der Börsenmakler in Havanna auf Cuba war, zu.

Seit Jahrhunderten wurde die Mühle durch ein rückschlächtiges Wasserrad angetrieben. Damit wurden 2 Grindel ( Mahl- und Schrotgang ) , eine Quetsche, das Beutel- und Becherwerk in Betrieb gesetzt. Da die Wasserkraft nicht immer ausreichte, vor allem in den Sommermonaten, wurde um die Jahrhundertwende zusätzlich eine Dampfmaschine aufgebaut um die Mahlleistung zu erhöhen. Diese wurde später durch einen Dieselmotor ersetzt. Um die Wasserkraft besser ausnutzen zu können wurde 1915 das Wasserrad gegen eine Spiralturbine gewechselt.

Mit dem Einbau der Turbine übernahm Ernst,Theodor,Wilhelm Rentelmann (6.Generation) den Mühlenbetrieb.

Nach dem preußischen Wassergesetz vom 7.April 1913 mußte das Recht zur Senkung und Hebung des Wasserspiegels (Staurecht) sowie die Fischereirechte neu beantragt werden. Das geschah am 30. August 1922. Nach umfangreicher Tätigkeit eines vereidigten Landmessers und Ingenieurs, erfolgte die Eintragung des Stau - und Fischereirechts, nach Genehmigung durch den Bezirksausschuß Lüneburg, am 25.September 1924, in das Wasserbuch für den Emmer Bach.

1934 erfolgte ein Umbau in der Mühle. Wenn man in die Mühle ging mußte man 4 Stufen abwärts gehen. Einen Keller gab es nicht. Im unteren Geschoß befanden sich die Transmission. Der Mahl- und Schrotgang befanden sich im 1.Stock. Beim Umbau wurde ein Keller für die Transmission gebaut. Zum Erdgeschoß mußte man nun 3 Stufen aufwärts gehen. Im Erdgeschoß wurden die Quetsche ,der Schrotgang und ein Walzenstuhl , der gebraucht gekauft wurde und sich noch heute in der Mühle befindet, eingebaut. 1953 erfolgte ein weiter Mühlenumbau. Neben den vorhandenen Walzenstuhl wurde eine Ausmahlmaschine eingebaut. Der einfache Plansichter wurde durch einen doppelten abgelöst, das Becherwerk durch moderne Pneumatik ersetzt. Die alte Turbine wurde gegen eine moderne Freistrahlturbine ersetzt. Als zusätzlicher Antrieb wurde der Dieselmotor durch einen Elektromotor ersetzt.

1966 wurde die Mehlherstellung eingestellt. Es wurde nur noch Schrot für Futterzwecke gemahlen.

Neben dem Mühlenbetrieb wurde auch eine Bäckerei betrieben.

In den ersten Jahren wurde nur für den Eigenbedarf gebacken. Waren im Ort Hochzeiten, so wurden sämtliche Backarbeiten in dieser Bäckerei durchgeführt. Später wurden die Backwaren in der Backstube verkauft. Neben Brot wurden auch Semmel, Brötchen und Butterkuchen verkauft. Während des Krieges wurde die Bäckerei in kleinem Umfang fortgeführt. 1947 wurde die Bäckerei von dem ehemaligen Gesellen Meyer gepachtet. Es folgten die Bäcker Wollschläger, Stremmel und Niemeyer, die sich jeweils nach ein paar Jahren Pacht selbstständig machten.

1965 übernahm Walter Schulze mit Ehefrau Hedwig geb. Rentelmann (7.Generation) die Mühle. Neben der Landwirtschaft führte Walter Schulze den Mahlbetreib weiter. Er stellte Schrot für den Eigenbedarf und für Mahlkunden her.

1978 übernahm Jürgen Schulze (8.Generation) die Mühle. 1993 wurde die alte Turbine ausgebaut. Der defekte Turbinenschuppen wurde abgerissen. Turbinenschuppen, Wasserkanal zum Mühlenteich und Stützmauer am Mühlenteich wurden erneuert. Als Antrieb der Mühle wurde ein mittelschlächtiges Wasserrad mit einem Durchmesser von 4,50 Meter und einer Breite von 1,40 Meter eingebaut.Die Speichen des Rades sind aus Eichenholz, die Zellen aus Bongossi hergestellt. Das Wasserrad , es leistet ca. 9 PS, treibt den Schrotgang und die seit 1994 wieder reaktivierte Mehlanlage an.

Verfasser: Hans-Udo Wolf, Gifhorn - 1993